TriFold gegen Mate XT: Zwei Faltungen, viele Fragezeichen
Tri-Foldables sollen Smartphone und Tablet in einem sein – in der Praxis wirken Samsung TriFold und Huaweis Mate XT aber eher wie Luxus-Demonstratoren für Ingenieurskunst als wie vernünftige Kaufentscheidungen. Der Haken an der Sache ist: Beide Konzepte lösen echte Probleme (mehr Bildschirm), schaffen aber auch neue (Dicke, Preis, Alltagstauglichkeit).

Was Samsung und Huawei wirklich bauen
Samsung setzt beim Galaxy Z TriFold auf ein „U“-Konzept mit separatem Cover-Display und einem 10-Zoll-Innendisplay, das erst komplett aufgeklappt seine Stärke ausspielt. PhoneArena kritisiert genau hier den Knackpunkt: Zwischenzustände (z. B. „halb offen, halb Tablet“) sind beim TriFold deutlich weniger flexibel als bei Huaweis Ansatz. Huawei geht beim Mate XT den „Z“-Weg: ein großes Display, das gefaltet wahlweise 6,4 Zoll, 7,9 Zoll oder 10,2 Zoll nutzbar macht – und das fühlt sich im Alltag schlicht praktischer an.
Display, Leistung, Kameras (und die Realität dahinter)
Beim Screen drückt Samsung dem Thema die typische AMOLED-Muskeln auf: 120 Hz, HDR und laut PhoneArena bis zu 1.600 Nits Peak auf dem Hauptpanel – Scrollen wirkt damit spürbar „glatter“, gerade bei viel Text und Social Feeds. Huawei bleibt beim Mate XT bei 90 Hz und PhoneArena nennt eine gemessene Peak-Helligkeit von rund 850 Nits, was draußen schneller nervt als jede Marketingfolie.
Leistung ist die nächste Sollbruchstelle: Samsung kombiniert das TriFold mit Snapdragon 8 Elite (3 nm) und 16 GB RAM, Huawei kontert mit Kirin 9010 (7 nm) und ebenfalls 16 GB RAM – das ist nicht langsam, aber ineffizienter, also potenziell schlechter für Hitze und Akku unter Last. Bei den Kameras gewinnt Samsung die „Zahlen-Show“ mit 200 MP Hauptkamera, Huawei punktet dafür mit einem spannenderen Tele: 12 MP mit 5,5x statt Samsungs 10 MP mit 3x.
Tech hinter den Kulissen
Samsung beschreibt den TriFold-Ansatz als inward-folding Design zum Schutz des Hauptdisplays und nennt zwei unterschiedlich große Scharniere (Dual-Rail-Struktur), um den Doppel-Faltmechanismus stabil zu halten. Dazu kommen Materialien wie Titanium im Scharnierbereich und „Advanced Armor Aluminum“ am Rahmen – klingt nach Panzer, ist aber vor allem nötig, weil dreiteiliges Falten mechanisch gnadenlos ist. Interessant (und alltagstauglich) wirkt Samsung DeX als Standalone-Feature, weil das TriFold damit eher „Mini-Workstation“ als nur „großes Handy“ sein will.
Preis & Verfügbarkeit in DACH (ohne Schönreden)
Huawei hat das Mate XT international zu 3.499 Euro angekündigt – das ist bereits ein EU-Preisniveau, bei dem niemand mehr „spontan“ kauft. Gleichzeitig heißt es dort ausdrücklich: Huawei nennt bislang nicht, in welchen Ländern das Gerät genau erhältlich sein wird – für Deutschland/Österreich/Schweiz läuft das realistisch oft auf Import und Bastelalltag hinaus. Und ja: Ohne offizielle Google-App-Unterstützung bleibt das Mate XT für viele hierzulande ein teurer Sonderfall.
Samsung ist beim TriFold offiziell deutlich konkreter – nur nicht für uns: Der Start ist laut Samsung zunächst für Korea (12. Dez. 2025) vorgesehen, danach werden weitere Märkte wie China, Taiwan, Singapur, UAE und die USA genannt; Deutschland taucht in dieser Liste nicht auf. Einen offiziellen Preis nennt Samsung in dieser Ankündigung ebenfalls nicht – was bei dieser Gerätekategorie meist nichts Gutes bedeutet. Mal ehrlich: Wer heute in DACH ein „großes Display unterwegs“ will, fährt finanziell oft besser mit einem ausgereiften Book-Foldable oder gleich mit „Smartphone + Tablet“ statt der Tri-Fold-Show.

TriFold vs Mate XT in Zahlen
| Punkt | Samsung Galaxy Z TriFold | Huawei Mate XT |
|---|---|---|
| Konzept | U-Style mit separatem Cover-Screen; sinnvoll v. a. ganz zu oder ganz offen | Z-Style mit 6,4/7,9/10,2″-Stufen – flexibler im Alltag |
| Displays | 10,0″ innen + 6,5″ Cover, Dynamic AMOLED, 120 Hz | 10,2″/7,9″/6,4″ OLED, 90 Hz |
| Peak-Helligkeit (laut Quelle) | bis 1.600 Nits (Peak) | gemessen ca. 850 Nits (Peak) |
| Chip | Snapdragon 8 Elite (3 nm) | Kirin 9010 (7 nm) |
| RAM/Storage | 16 GB, 512 GB/1 TB | 16 GB, 256/512 GB/1 TB |
| Kameras hinten | 200 MP + 12 MP UWW + 10 MP 3x Tele | 50 MP + 12 MP UWW + 12 MP 5.5x Tele |
| Akku | 5.600 mAh | 5.600 mAh |
| Laden | 45 W kabel + 15 W wireless | 66 W kabel + bis 50 W wireless (proprietär) |
| Software | One UI 8; 7 Jahre Updates genannt | HarmonyOS; Update-Perspektive laut Quelle unklar |
Unsere Experten-Meinung
Ich kaufe so etwas nicht blind – und würde es auch niemandem empfehlen, der nicht ganz genau weiß, worauf er sich einlässt. Das Mate XT wirkt durch die Zwischenstufen im Alltag schlauer, aber Preis, Verfügbarkeit und die App-Realität in Europa machen es für viele zur Katze im Sack. Beim Samsung TriFold überzeugt die Plattform (Leistung, Display, DeX), aber ohne klaren DACH-Launch bleibt es hier vorerst ein „schönes Problem“, das man gar nicht kaufen kann.
FAQ
Wann erscheint das TriFold in Deutschland?
Samsung nennt als erste Märkte Korea (ab 12. Dez. 2025) sowie später u. a. China, Taiwan, Singapur, UAE und die USA – Deutschland wird in der offiziellen Liste nicht erwähnt. Für DACH heißt das: Kein bestätigter Termin, solange Samsung keine lokale Ankündigung nachschiebt.
Wie teuer ist das Huawei Mate XT in Euro?
Huawei nennt für den internationalen Start einen Preis von 3.499 Euro. Welche Länder in Europa das Gerät konkret bekommen, bleibt laut Bericht offen – dadurch schwanken reale Straßenpreise je nach Import, Händler und Verfügbarkeit teils deutlich.
Lohnt sich das Upgrade auf ein Tri-Foldable?
PhoneArena selbst stellt beide Geräte eher als Proof-of-Concept dar und betont, dass ein klassisches Foldable oder ein normales Smartphone plus Tablet finanziell oft mehr Sinn ergibt. Der Mehrwert entsteht nur, wenn die extra Displayfläche wirklich täglich Arbeit spart – nicht, wenn sie nur beeindruckt.
