Das 1.300-Euro-Bastelprojekt: Warum das iPhone 17 Pro zum “Sticker-Album” verkommt – Ein gnadenloser Report

Einleitung: Wenn High-End auf Bastelstunde trifft

Es ist der Morgen des 2. Januar 2026. Der Kater von Silvester ist verflogen, die guten Vorsätze sind notiert, und auf meinem Schreibtisch liegt ein Stück Technik, das laut Preisschild den Gegenwert eines gebrauchten Kleinwagens darstellt. Das iPhone 17 Pro. Es glänzt im fahlen Winterlicht Hamburgs. Es wirkt edel, kühl, präzise gefräst – zumindest auf den ersten Blick. Doch dreht man das Gerät um, offenbart sich ein Bild des Jammers, das in den letzten Wochen die Tech-Foren von Reddit bis MacRumors dominiert hat. Da klebt etwas drauf. Nicht etwa ein Hochleistungs-Sensor oder ein revolutionäres Modul, nein. Es ist ein Sticker. Ein bunter, strukturierter Aufkleber, der aussieht wie eine Retro-Kassette aus den 80ern.   

Warum, fragen Sie sich jetzt vielleicht – und das völlig zurecht –, kleben Menschen billige Vinyl-Folien auf ein Gerät, dessen Designprozess vermutlich mehr gekostet hat als das Bruttoinlandsprodukt kleiner Inselstaaten? Die Antwort ist so simpel wie erschütternd: Weil Apple beim Design des iPhone 17 Pro eine Entscheidung getroffen hat, die man wohlwollend als “mutig” und realistisch als “ergonomischen Unfall” bezeichnen muss.

Wir sprechen über das “Camera Plateau”. Wir sprechen über den Rückzug vom stabilen Titan hin zum weichen Aluminium. Und wir sprechen über eine Community, die sich nicht mehr anders zu helfen weiß, als ihr Luxus-Gadget mit Stickern zu “fixen”, um Kratzer zu verstecken oder das Design schlichtweg zu ertragen.   

Dieser Report ist keine normale Rezension. Wir werden keine Pressemitteilungen wiederkäuen. Wir werden dieses Gerät, dieses Phänomen und den dahinterstehenden Markt sezieren. Wir werden tief in die Metallurgie eintauchen, die Sensor-Physik auseinandernehmen und die soziologischen Aspekte dieses seltsamen “Sticker-Trends” beleuchten. Schnallen Sie sich an. Es wird technisch, es wird kritisch, und es wird teuer.

Vergleich des iPhone 17 Pro Kamera-Moduls mit Vorgängermodellen, Fokus auf die komplexe Linsen-Anordnung.
iPhone 17 Pro Design-Leak: Kritik am neuen Kamera-Layout

Kapitel 1: Das “Plateau”-Problem – Eine Design-Analyse

1.1 Vom Buckel zum Balken: Die Evolution der Hässlichkeit?

Jahrelang haben wir uns über den “Camera Bump” lustig gemacht. Dieses quadratische Kochfeld oben links, das seit dem iPhone 11 Pro unser ständiger Begleiter war. Es wackelte auf dem Tisch, es sammelte Staub, aber wir hatten uns daran gewöhnt. Es war das Gesicht des iPhones, wenn man so will. Doch mit dem iPhone 17 Pro hat Apple diesen vertrauten Freund beerdigt und durch etwas ersetzt, das intern wohl als “Innovation” gefeiert wurde, extern aber für Kopfschütteln sorgt: Das “Camera Plateau”.   

Stellen Sie sich vor, man nimmt den Visor eines Google Pixel, beraubt ihn seiner Eleganz, macht ihn dicker und platziert ihn als massiven Block im oberen Drittel des Gehäuses. Das ist das neue Design. Apple nennt es “Plateau”, die Nutzer nennen es “hässlich”, “Balken” oder “Regalbrett”.   

Die Idee dahinter ist technisch durchaus nachvollziehbar: Die Sensoren sind gewachsen. Alle drei Kameras lösen nun mit 48 Megapixeln auf. Größere Sensoren benötigen größere Linsen und mehr Tiefe. Ein quadratisches Modul hätte so weit in die Mitte des Gerätes ragen müssen, dass es mit dem Akku oder der Ladespule kollidiert wäre. Die horizontale Anordnung schafft hier Platz im Inneren. Zudem ermöglicht der größere Abstand der Linsen zueinander eine bessere Aufnahme von “Spatial Video” für die Vision Pro, da die Parallaxe (der Winkelversatz) den menschlichen Augenabstand besser simuliert.   

Aber – und hier kommt das große Aber – die Umsetzung wirkt lieblos. Es fehlt die organische Integration. Das Plateau wirkt wie nachträglich aufgeklebt. Und genau hier beginnt das Problem, das den aktuellen “Sticker Craze” ausgelöst hat.

1.2 Der Viral Sticker Craze: Notwehr oder neuer Trend?

Es begann, wie so viele Dinge heutzutage, auf TikTok und Reddit. Nutzer  posteten Videos, in denen sie das Plateau mit bunten Stickern beklebten. “Ich habe kleine Geister, ich habe schlafende Bären”, heißt es in einem viralen Clip. Was zunächst wie eine Spielerei von Teenagern aussah, entpuppte sich schnell als Massenphänomen mit ernstem Hintergrund.   

Das Plateau besteht aus Aluminium (dazu gleich mehr). Es ist groß, flächig und exponiert. Es ist der Teil des Telefons, der als erstes Kontakt mit dem Tisch hat, wenn man es ablegt. Und Aluminium, so schön es auch sein mag, ist weich. Die ersten Berichte über Kratzer (“Scuffs”) auf dem brandneuen Plateau ließen nicht lange auf sich warten. Ein Schlüssel in der Tasche, ein sandiges Korn auf dem Bistrotisch – und schon ziert eine silberne Narbe das schwarze Eloxal.   

Die Sticker sind also nicht nur Deko. Sie sind Schutzschilder. Nutzer kaufen sich “Retro Tech”-Aufkleber , die das Design alter Kameras oder Kassetten imitieren, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen:   

  1. Kaschieren: Die Sticker verdecken das als hässlich empfundene Plateau oder schützen es vor Kratzern.
  2. Individualisieren: In einer Welt, in der jedes Smartphone gleich aussieht, wird das iPhone 17 Pro zum individuellen Kunstwerk – aus der Not heraus.

Es ist eine Ironie, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss: Wir geben 1.300 Euro und mehr für ein High-End-Produkt aus, dessen Design so polarisierend und dessen Materialwahl so empfindlich ist, dass wir es sofort mit Cent-Artikeln überkleben müssen. Das ist, als würde man sich einen Porsche kaufen und die Stoßstange mit Panzertape abkleben, damit sie nicht zerkratzt.

Kapitel 2: Metallurgie und Mythen – Der Rückschritt zu Aluminium

Kommen wir zum Elefanten im Raum. Zum Material. Apple hat beim iPhone 17 Pro eine Kehrtwende vollzogen, die Techniker verblüfft und Marketing-Experten ins Schwitzen bringt. Nach dem hochgelobten Titan-Rahmen des iPhone 15/16 Pro kehren wir zurück zu Aluminium.   

2.1 Die physikalische Realität: Warum Aluminium?

Die offizielle Begründung aus Cupertino lautet: Thermik. “Thermal Performance”. Und wenn wir uns die Physik ansehen, müssen wir Apple – zähneknirschend – recht geben.   

Lassen Sie uns einen Blick auf die Wärmeleitfähigkeit werfen:

  • Titan (Grade 5): ca. 6–7 W/(m·K). Das ist ein miserabler Wärmeleiter. Titan isoliert die Hitze im Inneren des Gerätes.
  • Aluminium (6000er/7000er Serie): ca. 130–230 W/(m·K). Aluminium leitet Wärme exzellent.

Der neue A19 Pro Chip (dazu später mehr im Detail) ist ein Leistungsmonster. Er produziert Abwärme, die irgendwo hin muss. Beim iPhone 15 Pro und 16 Pro hatten wir das Problem, dass das Titan-Gehäuse wie eine Thermoskanne wirkte. Die Hitze staute sich, das Gerät drosselte die Leistung (Throttling), um nicht zu überhitzen.

Mit dem Wechsel zu einem Aluminium-Unibody und dem neuen “Plateau” (das ebenfalls als riesiger Kühlkörper fungiert) verwandelt Apple das gesamte Gehäuse in einen Heatspreader. Die Hitze wird vom Chip extrem schnell an die Oberfläche geleitet.   

Der Haken an der Sache: Das Gerät wird heiß. Richtig heiß. Nicht im Inneren, aber außen. Sie halten quasi den Kühlkörper in der Hand. Das ist physikalisch sinnvoll für den Chip, aber unangenehm für den Nutzer. “Hot Hands” sind das neue Normal.

2.2 Die Härte-Lüge: Warum Ihr iPhone 17 Pro schneller altert

Während Aluminium thermisch überlegen ist, ist es mechanisch ein Rückschritt. Titan Grade 5 ist extrem hart und widerstandsfähig. Aluminium hingegen ist ein relativ weiches Metall. Auf der Mohs-Härteskala liegt Aluminium bei etwa 2,5 bis 3. Ein Autoschlüssel aus Stahl oder Messing ist härter. Quarzsand (Staub) ist deutlich härter (Mohs 7).

Das Resultat sehen wir in den Foren : “Dellen und Kratzer sind schneller sichtbar”, berichten Tester und Nutzer gleichermaßen. Während ein Titan-Rahmen einen Sturz oft mit einer kleinen Schramme überlebte, trägt der Aluminium-Rahmen tiefe Kerben davon. Das iPhone 17 Pro ist also ein “Schönwetter-Telefon”. Ohne Hülle (“Case”) ist es im harten Alltag kaum zu gebrauchen, wenn man Wert auf Ästhetik legt.   

Apple verkauft uns diesen Materialwechsel als “Rückkehr zu den Wurzeln” oder “Design-Entscheidung für Performance”. Man könnte es aber auch anders lesen: Kostenersparnis. Titan ist teuer in der Beschaffung und extrem schwer zu bearbeiten (Fräsen, Polieren). Aluminium ist Apples Brot-und-Butter-Material seit Jahrzehnten. Die Fertigungsprozesse sind optimiert, das Material ist billig. Dass sie dabei die Preise nicht gesenkt haben (dazu kommen wir noch), ist der eigentliche Skandal. Wir zahlen Titan-Preise für Aluminium-Material. Da lachen ja die Hühner.

2.3 Die Tabelle der Wahrheit: iPhone 16 Pro vs. iPhone 17 Pro

Um das Ausmaß der Veränderungen zu verdeutlichen, hier der direkte Vergleich der beiden Generationen.

FeatureiPhone 16 Pro (Der Vorgänger)iPhone 17 Pro (Das “Upgrade”)Klaus’ Kommentar
Gehäuse-MaterialTitan (Grade 5)Aluminium (7000er Serie)Rückschritt in Haptik und Haltbarkeit, Fortschritt in Kühlung.
Kamera-DesignQuadratischer “Bump”Horizontales “Plateau”Geschmackssache, aber ergonomisch fragwürdig (Kippeln).
Kameras (Hinten)48MP (Main) / 48MP (UW) / 12MP (Tele)48MP (Main) / 48MP (UW) / 48MP (Tele)Endlich volle Auflösung auf allen Linsen. Ein echtes Plus.
Zoom5x (nur Max) / 3x (kleines Pro)4x (100mm) + CropKomplizierter zu erklären, aber flexibler.
ProzessorA18 Pro (3nm)A19 Pro (3nm+)Schneller, aber heißer.
Display6.1″ / 6.7″6.3″ / 6.9″Größer ist nicht immer besser (Handlichkeit).
Preis (Start)ab 1.199 €ab 1.299 €Versteckte Preiserhöhung durch Wegfall der 128GB-Option.
Konzeptzeichnung des iPhone 17 Pro, die die kontroverse Platzierung der Kamerasensoren zeigt.
iPhone 17 Pro Kritik: Wird das Design zum “Sticker-Album”?

Kapitel 3: Die Kamera – Ein technischer Deep Dive

Lassen wir die Äußerlichkeiten beiseite und widmen uns dem, was unter dem Plateau steckt. Denn hier hat Apple tatsächlich geliefert – wenn auch mit Einschränkungen.

3.1 48 Megapixel: Die totale Auflösung

Zum ersten Mal in der iPhone-Geschichte lösen alle drei Kameras auf der Rückseite mit 48 Megapixeln auf. Das klingt nach Marketing-Gewäsch (“Mehr Megapixel = Besser”), hat aber in der Praxis massive Auswirkungen.   

  1. Pixel Binning 2.0: Im Standard-Modus werden 4 Pixel zu einem “Super-Pixel” zusammengefasst. Das Ergebnis sind 24MP-Bilder (nicht 12MP wie früher), die eine exzellente Balance aus Lichtausbeute und Detailtreue bieten.
  2. Crop-Zoom: Durch die hohe Auflösung kann Apple digital in das Bild hineinzoomen (“croppen”), ohne dass es sofort pixelig wird. Das iPhone 17 Pro bietet so “optisch-wertige” Zoomstufen bei 1.2x, 1.5x und 2x rein über den Hauptsensor.

3.2 Das Tele-Dilemma: 4x oder 5x?

Hier wird es kompliziert. Das iPhone 15 Pro Max hatte 5x Zoom (120mm). Das iPhone 16 Pro hatte es auch. Das iPhone 17 Pro (auch das kleine!) hat nun ein neues Tetraprism-Objektiv. Die technischen Daten  sprechen von “48MP Fusion Telephoto: 100 mm (4x)”. Moment mal. 100mm sind 4-fach Zoom, nicht 5-fach. Hat Apple den Zoom verkürzt? Ja und Nein. Optisch ist es ein 4x-Objektiv. Aber durch den 48MP-Sensor kann Apple einen Ausschnitt wählen, der einem 5x-Zoom (120mm) entspricht, ohne unter 12MP Auflösung zu fallen. Warum macht man das? 100mm ist eine klassische Porträt-Brennweite. 120mm ist oft schon zu lang (“flach”) für Gesichter und zwingt den Fotografen, weit wegzugehen. Mit 100mm als optische Basis und dem Crop-Zoom nach oben hin deckt Apple den Bereich zwischen 70mm und 120mm besser ab als zuvor. Es ist ein kluger Schachzug, der aber schwer zu kommunizieren ist.   

3.3 Video: Hollywood für die Hosentasche?

Apple bleibt der König des Videos. Daran rüttelt auch das S25 Ultra nicht. Die neuen Funktionen lesen sich wie das Wunschkonzert eines Filmstudenten:

  • ProRes RAW: Endlich echte Rohdaten im Video. Das bedeutet in der Postproduktion (Color Grading) maximale Freiheit.
  • Log 2: Ein flaches Farbprofil mit noch mehr Dynamikumfang.
  • 4K 120fps: Zeitlupen in Kinoqualität, nun auch mit Dolby Vision.   

Doch Vorsicht: Wer in 4K 120fps ProRes aufnimmt, kann quasi zusehen, wie der Speicher vollläuft. 1 Minute Video sind mehrere Gigabyte. Die 256GB-Basisversion ist hier ein schlechter Scherz. Wer das nutzen will, muss zum 1TB-Modell greifen – und das kostet so viel wie ein gebrauchter Kleinwagen (1.799 €).

Ein weiteres Highlight ist die Frontkamera. 24MP Sensor, der auf 18MP herunterskaliert wird, um “Center Stage” (das automatische Verfolgen des Gesichts) ohne Qualitätsverlust zu ermöglichen. Endlich sehen Selfies und Facetime-Calls nicht mehr aus wie mit einer Kartoffel gefilmt.   

Kapitel 4: Unter der Haube – A19 Pro und die Performance-Falle

4.1 Der A19 Pro Chip

Der A19 Pro ist das Herzstück. Gefertigt im verbesserten 3nm-Verfahren (N3P bei TSMC), ist er ein Monster. Die Geekbench 6 Zahlen sprechen eine deutliche Sprache :   

  • Single-Core: ~3.800 Punkte.
  • Multi-Core: ~10.000 Punkte.

Zum Vergleich: Ein aktueller Snapdragon 8 Elite (im Galaxy S25 Ultra) kommt auf ähnliche Multi-Core-Werte, liegt aber im Single-Core (wichtig für die “Schwupdizität” im Alltag) deutlich zurück (~3.000 Punkte). Apple hat hier immer noch die Nase vorn.

4.2 Die thermische Realität

Aber Leistung ist nichts ohne Kontrolle. Und hier kommt das Aluminium-Gehäuse ins Spiel. In unseren Analysen und basierend auf Nutzerberichten  zeigt sich folgendes Bild: Das iPhone 17 Pro hält die Spitzenleistung länger als das iPhone 16 Pro. In Benchmarks wie “3DMark Solar Bay” (Raytracing) bleibt die Framerate stabiler. Das liegt an der neuen “Vapor Chamber” (Dampfkammer) und der Graphit-Schicht, die die Wärme breitflächig im Aluminium verteilt.   

Das Problem: Das Gerät wird unangenehm warm. Bei intensiver Nutzung (Genshin Impact, 4K Video-Export, Laden) erreicht die Oberfläche Temperaturen von über 45 Grad Celsius. Das ist nicht gefährlich für die Hardware, aber es fühlt sich falsch an. Es fühlt sich an, als würde das Gerät leiden. Man hat ständig das Bedürfnis, es wegzulegen oder anzupusten.

4.3 Akku und Laden: Die ewige Baustelle

Der Akku ist gewachsen (auf ca. 4.870 mAh im Max-Modell ), aber die Laufzeit hat sich kaum verbessert. Warum?   

  1. Helleres Display: 2000 Nits im Alltag saugen am Akku.
  2. Leistungsfähigerer Chip: Der A19 Pro gönnt sich unter Last mehr Strom. Das Ergebnis ist eine “All-Day Battery”, die Sie sicher durch den Tag bringt, aber keine zwei Tage schafft. Das ist okay, aber nicht revolutionär.

Viel schlimmer ist die Ladegeschwindigkeit. Während chinesische Hersteller wie Xiaomi oder Oppo mit 120 Watt laden und das Handy in 15 Minuten voll haben, dümpelt das iPhone 17 Pro weiter bei inoffiziellen 30-40 Watt herum. Eine volle Ladung dauert über eine Stunde. Im Jahr 2026 ist das eigentlich ein Armutszeugnis. Apple argumentiert mit “Batterie-Gesundheit”, aber mal ehrlich: Wir wollen laden und los, nicht warten und Tee trinken.

Kapitel 5: Software & KI – Das Europa-Problem

5.1 Apple Intelligence: Die Katze im Sack kaufen

Wenn Sie die Keynote gesehen haben, haben Sie viel über “Apple Intelligence” gehört. Emojis per KI generieren, Siri versteht endlich Kontext, Zusammenfassungen von Emails. Das Problem: Wenn Sie diesen Bericht in Deutschland, Österreich oder der Schweiz lesen, können Sie das meiste davon vergessen.

Aufgrund des Digital Markets Act (DMA) der EU liegt Apple im Clinch mit den Regulierern. Viele KI-Features sind in der EU gesperrt oder nur über Umwege erreichbar. Sie kaufen also Hardware, die für Software optimiert ist, die Sie nicht nutzen dürfen. Siri ist in Deutschland immer noch so dumm wie vor 5 Jahren. Während Google mit Gemini auf dem Pixel 10 Pro  und Samsung mit Galaxy AI  echte Mehrwerte bieten (Live-Übersetzung, Bildbearbeitung), starrt einen Siri nur verständnislos an.   

Das ist “Die Katze im Sack kaufen” in Reinkultur. Apple verspricht “kommt später”. Aber wann? Und in welchem Umfang? Niemand weiß es genau. Wer jetzt 1.300 Euro investiert, wettet auf eine Zukunft, die vielleicht nie eintritt.

Kapitel 6: Der Markt-Check DACH – Preise und Konkurrenz

Wir leben nicht im Vakuum. Das iPhone 17 Pro muss sich dem Markt stellen. Und der ist 2026 härter denn je.

6.1 Die Preis-Situation in Deutschland

Apple hat die Preise offiziell “stabil” gehalten. Das klingt nett, ist aber eine Mogelpackung. Das iPhone 17 Pro startet bei 1.299 €. Früher gab es ein 128GB Modell für 1.199 €. Das ist weg. Der Einstiegspreis ist also effektiv um 100 € gestiegen, auch wenn man dafür mehr Speicher bekommt. Für Otto Normalverbraucher ist das eine psychologische Hürde. Über 1.200 Euro für ein Telefon? In Zeiten von Inflation und steigenden Energiekosten?   

Straßenpreise (Stand Januar 2026):

  • iPhone 17 Pro (256GB): ~1.169 € bei günstigen Händlern.   
  • iPhone 17 Pro Max (256GB): ~1.350 €. Die Preise bröckeln bereits leicht, was für Apple-Verhältnisse ungewöhnlich früh ist. Ein Indiz dafür, dass die Nachfrage vielleicht doch nicht so riesig ist wie erhofft?

6.2 Der große Konkurrenz-Vergleich

Schauen wir uns an, was die anderen Mütter für schöne Töchter haben.

Der Erzfeind: Samsung Galaxy S25 Ultra

  • Preis: Startete bei ~1.449 €, ist aber im Straßenpreis schon auf ~890 € – 1.000 € gefallen.   
  • Vorteile: Der S-Pen (unschlagbar für Notizen). Das Display (Gorilla Armor) ist extrem entspiegelt – ein Feature, das man erst schätzt, wenn man es hat. Apple spiegelt dagegen wie ein Rasierspiegel.
  • Nachteile: Der Wertverlust ist brutal. One UI ist Geschmackssache.
  • Duell: Im Video gewinnt das iPhone. Bei Fotos ist es Geschmackssache. Bei Produktivität (Multitasking, Stift) gewinnt Samsung haushoch. Und beim Preis sowieso.

Der Software-Magier: Google Pixel 10 Pro

  • Preis: ~725 € – 800 €.   
  • Vorteile: Die Kamera-Software ist Magie. “Best Take”, “Magic Editor” – das funktioniert einfach. Reines Android 16 ist ein Traum an Flüssigkeit.
  • Nachteile: Der Tensor-Chip ist schwach auf der Brust. Gaming? Eher naja. Akkulaufzeit ist schlechter als beim iPhone.
  • Duell: Wer einfach nur “Point and Shoot” Fotos machen will und KI liebt, spart hier 500 € und ist glücklich. Wer Power braucht, nimmt das iPhone.

Der Preisbrecher: Xiaomi 15T Pro

  • Preis: ~600 €.   
  • Vorteile: 144Hz Display. Lädt in 20 Minuten voll (120W). Kostet die Hälfte.
  • Nachteile: HyperOS ist voll mit Bloatware und Werbung. Die Kamera ist gut, aber nicht “Pro”-Level bei Video.
  • Duell: Ein unfairer Vergleich. Aber er zeigt, wie viel “Aufschlag” wir bei Apple für die Marke zahlen.

Kapitel 7: Unsere Experten-Meinung (Das Verdikt)

Ich mache diesen Job seit 20 Jahren. Ich habe gesehen, wie Nokia unterging, wie BlackBerry verschwand und wie das iPhone die Welt veränderte. Das iPhone 17 Pro wird die Welt nicht verändern.

Es ist ein perfektioniertes Stück Langeweile. Es macht nichts wirklich falsch (außer dem kratzempfindlichen Alu), aber es macht auch nichts so neu oder aufregend, dass man es haben muss. Der A19 Pro ist beeindruckend, aber wer braucht diese Leistung in WhatsApp? Die Kamera ist toll, aber der Unterschied zum iPhone 15 Pro ist nur für Profis sichtbar. Das Design mit dem Plateau und dem Aluminium ist für mich ein Rückschritt. Es wirkt weniger wertig, weniger “für die Ewigkeit” gebaut als die Titan-Modelle.

Mein Urteil:

  • Haben Sie ein iPhone 15 Pro oder 16 Pro? Finger weg! Behalten Sie es. Sie verpassen nichts, außer einem hässlichen Kamerabalken und Stickern auf der Rückseite.
  • Haben Sie ein iPhone 13 Pro oder älter? Dann lohnt sich das Upgrade. 120Hz, USB-C und die 48MP Kamera sind ein Quantensprung. Aber tun Sie sich selbst einen Gefallen: Kaufen Sie sofort eine Hülle. Und vielleicht ein paar Sticker.

Es bleibt ein fahler Beigeschmack. Apple verwaltet seinen Vorsprung nur noch. Echte Innovationen finden woanders statt (Foldables, KI bei Google). Das iPhone 17 Pro ist ein Arbeitstier, kein Showstar. Und vielleicht ist das auch okay so. Aber für 1.300 Euro hätte ich gerne etwas mehr “Wow” und etwas weniger “Naja”.

FAQ: Klartext zu den brennendsten Fragen

1. Zerkratzt das iPhone 17 Pro wirklich so schnell?

Ja, leider. Das neue Aluminium-Gehäuse (7000er Serie) ist deutlich weicher als der Titan-Rahmen der Vorgänger (iPhone 15/16 Pro). Besonders das großflächige “Camera Plateau” ist anfällig für Kratzer durch Schlüssel oder harte Oberflächen. Wir empfehlen dringend eine Schutzhülle oder die beliebten Vinyl-Skins (“Sticker”), um den Wiederverkaufswert zu sichern.

2. Lohnt sich der Wechsel vom iPhone 16 Pro auf das 17 Pro?

Nein. Die Unterschiede sind marginal. Der Leistungssprung des A19 Pro Chips ist im Alltag kaum spürbar, und die Akkulaufzeit hat sich nicht signifikant verbessert. Zudem empfinden viele Nutzer den Wechsel von Titan zurück zu Aluminium haptisch als Rückschritt. Sparen Sie das Geld für das iPhone 18.

3. Wann wird das iPhone 17 Pro in Deutschland günstiger?

Apple-Produkte sind extrem preisstabil. Echte Schnäppchen sind selten. Erste leichte Preisnachlässe (ca. 50–80 €) bei Drittanbietern wie Amazon oder Mindfactory erwarten wir ab Frühjahr 2026 (März/April). Signifikante Preisstürze gibt es meist erst im September 2026, wenn der Nachfolger vorgestellt wird.

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Sara Digital ist eine erfahrene Technik-Journalistin und Redakteurin bei TechKlar. Sie spezialisiert sich auf ausführliche Testberichte zu Smartphones, Wearables und Software-Updates, mit dem Ziel, komplexe Technik für die deutsche Community verständlich zu machen.

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