Tecno Slim 5G im Test: Schlankes 5G-Smartphone mit großer Ausdaue
Einführung
Mit nur 5,95 mm Gehäusedicke positioniert Tecno das Slim 5G als eines der dünnsten 3D‑Curved‑5G‑Smartphones der Welt – und das in der Mittelklasse um etwa 250 Euro.
Trotz des extrem schlanken Designs verbaut der Hersteller einen 5.160‑mAh‑Akku, ein 6,78‑Zoll‑AMOLED‑Panel mit bis zu 4.500 Nits HDR‑Spitzenhelligkeit und den MediaTek Dimensity 6400 samt 8 GB RAM.
In Asien wird das Gerät als Tecno Pova Slim 5G vermarktet, in einigen Tests in Europa taucht es unter dem Namen Tecno Slim 5G auf.
Offiziell ist der Hersteller hierzulande noch kaum präsent, erste Angebote in Deutschland laufen vor allem über Importhändler und Online‑Plattformen, was das Gerät zu einem Nischen-Tipp für experimentierfreudige Tech-Fans macht.

Design und Verarbeitung: dünner als viele Flaggschiffe
Tecno erreicht die 5,95 mm vor allem durch ein stark abgeflachtes, 3D‑gebogenes AMOLED‑Panel und eine Faserverbund-Rückseite, kombiniert mit Gorilla Glass 7i auf der Front.
Mit rund 156 g zählt das Slim 5G damit zu den leichtesten 5G‑Phones seiner Klasse und wirkt in der Hand eher wie ein Concept-Phone als ein klassisches Mittelklasse-Gerät.
Gleichzeitig berichtet das Testlabor von leichten Ungenauigkeiten bei den Spaltmaßen und gelegentlichem Knarzen beim Verdrehen, was zeigt, wie sensibel eine so dünne Konstruktion auf Toleranzen reagiert.
Positiv hervorzuheben sind IP64‑Schutz gegen Staub und Spritzwasser sowie ein nach MIL‑STD‑810H geprüfter Aufbau, der durch Gorilla Glass 7i robuster ist, als die schlanke Optik vermuten lässt.
Ein optisches Highlight ist der „Dynamic Mood Light“-LED-Streifen im Kamerabuckel, der nicht nur als Designakzent, sondern auch als Benachrichtigungs- und Anruf-LED eingesetzt wird.
Damit unterscheidet sich das Tecno Slim 5G klar von vielen Konkurrenten, die auf Always‑On‑Display setzen, aber keine sichtbare Status-LED mehr bieten.

Display: 6,78 Zoll, 1,5K und bis zu 4.500 Nits
Tecno verbaut ein 6,78‑Zoll‑AMOLED‑Panel mit 1,5K‑Auflösung (2.720 × 1.224 Pixel), das durch den T1‑Bildchip intern von 1080p hochskaliert wird.
Damit erreicht das Slim 5G eine hohe Pixeldichte von rund 440 ppi und liegt im Laborvergleich auf Augenhöhe mit deutlich teureren OLED‑Displays.
Spannend ist die Kombination aus 144‑Hz‑Bildwiederholrate und bis zu 4.500 Nits HDR‑Peak‑Helligkeit, die Tecno offiziell angibt und die in Tests mit rund 1.600 cd/m² in der Bildmitte bei HDR‑Inhalten bestätigt wird.
Im Alltag bedeutet das: Inhalte bleiben auch in direkter Sonne hervorragend ablesbar, und Scrolling wirkt sehr flüssig – ein Punkt, bei dem viele klassische Mittelklasse-Geräte mit 60 oder 90 Hz zurückfallen.
PWM‑Dimmung ist wie bei OLED üblich vorhanden, Tecno setzt aber auf eine Kombination aus flacher Amplituden-Kurve und hoher PWM‑Frequenz um 2.000 Hz bei niedriger Helligkeit, was die Gefahr von Flimmer-Beschwerden reduziert.
Für ein Gerät dieser Preisklasse ist die Gesamtabstimmung des Displays – Helligkeit, Farbraumabdeckung nahe 100% sRGB und Kontrast – klar eine der größten Stärken.
Performance und Software: Dimensity 6400 mit AI‑Extras
Im Inneren arbeitet der MediaTek Dimensity 6400 (6 nm) mit acht Kernen (2 × Cortex‑A76, 6 × Cortex‑A55), kombiniert mit 8 GB RAM und 128 bzw. 256 GB UFS‑2.2‑Speicher.
Benchmark-Vergleiche zeigen eine solide, aber klar mittelklassige Leistung, die im Alltag flüssige Bedienung ermöglicht, unter Last oder bei gleichzeitigen Updates aber gelegentlich ins Stottern geraten kann.
Im GPU‑Bereich mit der Mali‑G57 MC2 liegt das Slim 5G deutlich unter Flaggschiffen wie dem Samsung Galaxy S25 Edge oder dem Apple iPhone Air, bleibt aber im Rahmen dessen, was man von einem 250‑Euro‑Phone erwarten darf.
Ambitioniertes 3D‑Gaming ist möglich, allerdings eher mit mittleren Einstellungen und ohne Anspruch auf dauerhaft hohe Bildraten in anspruchsvollen Titeln.
Softwareseitig setzt Tecno auf Android 15 mit der hauseigenen HiOS‑Oberfläche, inklusive einer breiten Palette an KI‑Funktionen wie AI‑Eraser 2.0, AI‑Image‑Extender, Circle‑to‑Search und KI‑Schreibassistent.
Damit zielt das Gerät eindeutig auf Nutzer, die viel mit Fotos, Social Media und Messaging arbeiten und schnelle Werkzeuge für Übersetzen, Zusammenfassen und Bearbeiten schätzen.
Ein klarer Nachteil: Tecno verspricht nur ein großes Android‑Upgrade (auf Android 16) und rund zwei Jahre Sicherheits-Patches, was im Vergleich zu vielen etablierten Herstellern knapp ausfällt.
Für preisbewusste Käufer ist das akzeptabel, wer das Smartphone aber drei bis vier Jahre nutzen möchte, sollte diesen Punkt in die Entscheidung einbeziehen.
Kommunikation, FreeLink und Alltagsergonomie
Beim Funkstandard setzt das Tecno Slim 5G auf 5G‑SA/NSA, LTE und Wi‑Fi 5 (802.11 a/b/g/n/ac), womit es funktional gut, aber nicht ganz auf Höhe der Zeit (Wi‑Fi 6/7) liegt.
In Labortests bleiben die WLAN‑Durchsätze im ordentlichen Bereich, jedoch unter den Spitzenwerten aktueller Oberklasse-Modelle, was im Alltag aber selten limitierend sein dürfte.
Spannend und vergleichsweise selten ist Tecnos FreeLink‑Funktion, die Bluetooth‑basierte Direktkommunikation ohne Mobilfunknetz ermöglicht, etwa bei Outdoor‑Touren oder in Konzertsituationen mit schlechtem Empfang.
Tecno spricht hier von stabilen Verbindungen bis rund 500 Meter im freien Feld, was das Smartphone in bestimmten Szenarien zu einer Art digitalen Walkie‑Talkie‑Ersatz macht.
Neben Dual‑SIM bietet das Slim 5G NFC, Infrarot‑Fernsteuerung, einen optischen In‑Display‑Fingerabdrucksensor und Gesichtserkennung über die Frontkamera.
In Tests arbeiten Touchscreen und Fingerabdrucksensor zuverlässig, die ERM‑Vibration wird jedoch als etwas weich und wenig präzise beschrieben.

Kamera: stark am Tag, schwach in der Nacht
Tecno verbaut eine 50‑MP‑Hauptkamera und einen 2‑MP‑Sekundärsensor als Tiefen- bzw. Unterstützungsmodul, flankiert von einer 13‑MP‑Selfie‑Kamera auf der Front.
Softwareseitig setzt der Hersteller auf eine RAW‑Domain‑KI-Verarbeitung, die vor allem Gegenlicht- und Nachtszenen klarer zeichnen soll.
Im unabhängigen Test liefert die Hauptkamera bei Tageslicht ansprechende, aber teils sichtbar überschärfte Bilder mit guter Detailauflösung.
Sobald das Licht sinkt, bricht die Bildqualität deutlich ein: Rauschen nimmt zu, Details gehen verloren, und der Live‑View zeigt in dunklen Bereichen nur noch wenig Struktur.
Videos nimmt das Slim 5G mit bis zu 2K bei 30 fps sowohl vorne als auch hinten auf, alternativ gibt es 1080p mit 60 fps und einen Modus für gleichzeitige Front‑/Rückkamera-Aufnahmen (Dual View) in 1080p/30.
Für Social‑Media‑Clips und Vlogs reicht die Qualität, anspruchsvollere Creator werden aber Bildstabilisierung, Dynamikumfang und Low‑Light‑Leistung eher in der höheren Mittelklasse oder Oberklasse suchen.

Akku und Laufzeit: große Kapazität, solide Effizienz
Trotz des extrem dünnen Gehäuses integriert Tecno einen 5.160‑mAh‑Akku, der laut Hersteller mehr als 2.000 Ladezyklen mit über 80% Restkapazität überstehen soll.
Im Wi‑Fi‑Browsertest erreicht das Slim 5G rund 16,5 Stunden Laufzeit, was für einen Arbeitstag plus Abend locker genügt, aber knapp hinter einigen dickeren Konkurrenten mit effizienteren SoCs liegt.
Geladen wird mit bis zu 45 W per Kabel, was in der Praxis etwa 1 Stunde 50 Minuten bis zur vollen Ladung bedeutet.
Für ein Gerät in dieser Gewichtsklasse ist die Kombination aus Akkugröße und Laufzeit bemerkenswert, zeigt aber gleichzeitig, dass sich der Fokus eher auf Design als auf absolute Effizienz verschiebt.
Preis, Verfügbarkeit und Konkurrenzbild – speziell aus deutscher Sicht
Tecno positioniert das Slim 5G international im Bereich um 250 Euro Listenpreis, deutlich unterhalb etablierter Flaggschiffe, die im Notebookcheck‑Vergleich bei 1.200 bis 1.400 Euro liegen.
In Deutschland taucht das Gerät derzeit vor allem bei Importshops, Preisvergleichsseiten und Plattformen wie eBay auf, was auf einen inoffiziellen beziehungsweise noch sehr begrenzten Marktstart schließen lässt.
Für deutsche Nutzer bedeutet das: attraktive Hardware zu einem aggressiven Preis, aber mit typischen Import-Risiken wie eingeschränkter Gewährleistung, möglicher Band-Unterstützungslücken und verzögerten Updates.
Im direkten Vergleich mit ähnlichen Mittelklasse-Geräten aus den Notebookcheck-Tabellen – etwa Motorola Moto G86 Power oder deutlich teureren Modellen wie Samsung Galaxy S25 Edge – punktet Tecno vor allem mit Design, Display und Akkudichte, schwächelt aber bei Performance-Reserven und Software-Support.
Kurzes Fazit: Für Design-Fans, nicht für Update-Puristen
Unter dem Strich ist das Tecno Slim 5G ein Spezialist: Wer ein extrem dünnes, leichtes 5G‑Smartphone mit sehr hellem 144‑Hz‑AMOLED‑Display und großem Akku sucht, bekommt hier ein Paket, das in dieser Kombination in der Mittelklasse kaum zu finden ist.
Dafür müssen Käufer Abstriche bei der Verarbeitung im Detail, der Low‑Light‑Kamera, der reinen Rechenleistung und vor allem bei der Update-Dauer in Kauf nehmen.
Aus Anwendersicht wirkt das Gerät wie ein stylishes Zweit‑ oder Lifestyle‑Phone, das im Alltag durch Display, Haptik und Ausdauer begeistert, aber nicht zwingend als langjähriger Daily Driver für Poweruser taugt.
Wer Spaß an neuen Marken hat, viel Wert auf Optik legt und mit den Update-Limits leben kann, findet im Tecno Slim 5G ein spannendes, noch recht unbekanntes Import‑Geheimtipp‑Smartphone.
Quellenhinweis
Die Einschätzungen basieren auf unabhängigen Labortests und Marktbeobachtungen aus dem Tecno‑Slim‑5G‑Review von Notebookcheck, offiziellen Herstellerangaben sowie ergänzenden Spezifikations- und Marktseiten.
FAQ
Ist das Tecno Slim 5G offiziell in Deutschland erh\u00e4ltlich?
Aktuell wird das Tecno Slim 5G vor allem \u00fcber Importshops und Online-Plattformen angeboten und ist nicht breit im offiziellen deutschen Handel vertreten.
F\u00fcr wen lohnt sich das Tecno Slim 5G?
Es lohnt sich vor allem f\u00fcr Nutzer, die ein besonders d\u00fcnnes 5G-Smartphone mit hellem 144-Hz-AMOLED-Display und gro\u00dfem Akku suchen und daf\u00fcr bei Software-Updates und Kameraqualit\u00e4t leichte Abstriche akzeptieren.
Wie gut ist die Akkulaufzeit des Tecno Slim 5G?
Mit einem 5.160-mAh-Akku und rund 16,5 Stunden WLAN-Browsing erreicht das Tecno Slim 5G solide Laufzeiten, die locker f\u00fcr einen intensiven Nutzungstag reichen.
