iPhone Fold: Echtes Multitasking kommt, aber ohne iPad-Apps

Auf den Punkt gebracht: Das erste faltbare iPhone soll im September 2026 kommen und erstmals Side-by-Side-Multitasking auf einem iPhone ermöglichen. Das innere Display ist iPad-mini-groß (ca. 7,8 Zoll). iPad-Apps laufen jedoch nicht – Apple kocht ein eigenes Süppchen. Wer auf ein vollwertiges Foldable hofft, könnte enttäuscht werden.

iPhone Fold auf einen Blick:

MerkmalDetails
Erwarteter LaunchSeptember 2026
Inneres Display~7,8 Zoll OLED (iPad-mini-Größe)
Äußeres Display~5,5 Zoll (kleines iPhone)
BetriebssystemiOS 27
ProzessorApple A20 (erwartet)
RAM12 GB (erwartet)
Frontkamera (innen)18 MP
iPad-Apps kompatibel❌ Nein
Side-by-Side-Multitasking✅ Ja (neu für iPhones)

Was steckt wirklich hinter dem iPhone Fold?

Bloomberg-Journalist Mark Gurman hat am 11. März 2026 neue Details zum ersten faltbaren iPhone veröffentlicht. Das Gerät soll im September gemeinsam mit dem iPhone 18 Pro vorgestellt werden – und bringt Software-Features mit, die es auf einem iPhone bisher schlicht nicht gab.

Das Wichtigste zuerst: Das iPhone Fold wird als erstes iPhone überhaupt echtes Side-by-Side-Multitasking unterstützen. Zwei Apps gleichzeitig auf dem Bildschirm zu nutzen, ist für Apple-Nutzer auf dem Smartphone ein absolutes Novum. Der Grund für diese Möglichkeit ist das innere Display, welches mit rund 7,8 Zoll Diagonale in etwa so groß wie ein iPad mini ist.

Auf einem normalen 6,1- oder 6,7-Zoll-iPhone würde eine solche Darstellung schlicht zu gequetscht wirken. Das Seitenverhältnis des Fold soll laut Gurman breiter ausfallen als bei den meisten Android-Konkurrenten. Dies wertet der Experte als klaren Vorteil beim Videoschauen und bei der generellen App-Darstellung.

Wie funktioniert die neue Benutzeroberfläche konkret?

Apple entwickelt laut Gurman komplett neue iOS-App-Layouts speziell für das Fold. Konkret bedeutet das: Die eigenen Kern-Apps wie Mail, Nachrichten oder Safari sollen eine Seitenleiste am linken Displayrand erhalten – ein Designmuster, das iPad-Nutzer bereits kennen. Drittanbieter-Entwickler werden außerdem ein neues API erhalten, um ihre iPhone-Apps für das breitere Display zu optimieren. Die Proportionen sollen dabei denen eines iPads im Querformat ähneln.

Das klingt zunächst überzeugend. Der Haken ist aber nicht klein: Echte iPad-Apps laufen auf dem iPhone Fold nicht. Ein vollständiges Windowing-System – also frei verschiebbare und in der Größe veränderbare Fenster, wie man es vom iPad oder von Mac Catalyst kennt – gibt es ebenfalls nicht. Apple zieht hier eine klare Linie zwischen iPhone und iPad, was technisch nachvollziehbar ist (unterschiedliche App-Targets, unterschiedliche Erwartungshaltung), für Nutzer aber auch bedeutet: Wer eine vollwertige iPad-mini-Erfahrung in der Hosentasche sucht, wird sie mit dem iPhone Fold nicht bekommen.

Wer sich bereits heute für iOS 27 und seine neuen Funktionen interessiert, sollte wissen: Die Fold-spezifischen Software-Features werden Apple zufolge erst zur Hardware-Ankündigung im September öffentlich enthüllt – nicht schon auf der WWDC im Juni.

Geleaktes 3D-CAD-Rendering des iPhone Fold 2026 zeigt Scharnier, Kameraplateau und abgerundete Ecken im Book-Style-Design.
iPhone Fold Design-Leak: So sieht Apples erstes Foldable aus

Was verraten die Design-Leaks über die Hardware?

Anfang März 2026 tauchten 3D-CAD-Dateien auf, die sehr wahrscheinlich die finale Formgebung des iPhone Fold zeigen. Die Silhouette erinnert an ein aufgeklapptes Buch: Zwei der vier Ecken sind abgerundet, die beiden anderen eckig – genau dort, wo sich das Scharnier befindet. Das ist kein Zufall, sondern eine konstruktive Notwendigkeit bei Book-Style-Foldables.

Die Rückkamera sitzt auf einem Kameraplateau, das dem des iPhone Air ähnelt, jedoch zwei Sensoren statt nur einen beherbergt. Im aufgeklappten Zustand befindet sich die Frontkamera als kleiner Punkt oben links im inneren Display. Laut den geleakten Dateien ist das äußere Display ein kompaktes, normales iPhone-Display – groß genug für alltägliche Nutzung ohne Aufklappen, aber zu klein für ernsthaftes Multitasking.

Zum Vergleich lohnt ein Blick auf die Konkurrenz: Samsung und Motorola sind mit ihren Foldable-Linien seit Jahren am Markt, und wie wir in unserem großen Falthandy-Vergleich 2026 zeigen, sind die aktuellen Android-Flaggschiffe in Sachen Software-Reife schon deutlich weiter. Apple muss also nicht nur beim Design, sondern vor allem bei der Software aufholen.

Was bedeutet das für Käufer und Entwickler?

Für Endnutzer ist die entscheidende Frage: Lohnt sich das iPhone Fold als erstes Gerät dieser Art? Ehrliche Antwort: noch unklar. Die Hardware-Grundlage klingt solide – 7,8-Zoll-OLED, A20-Chip, 12 GB RAM (alles laut bisherigen Leaks, keine offiziellen Apple-Zahlen). Aber Apple-typisch wird man das erste Gerät auch als Lernmodell betrachten müssen. Version 1.0 eines Apple-Formfaktors ist selten die ausgereifteste.

Für App-Entwickler ist die Nachricht dagegen eindeutig: Wer jetzt beginnt, seine iPhone-Apps für breitere Seitenverhältnisse und Sidebars zu optimieren, ist im September bestens aufgestellt. Apple hat in der Vergangenheit gezeigt, dass es Entwicklern bei neuen Formfaktoren klare Werkzeuge mitgibt – so wie beim ersten iPad oder beim Einführen der Dynamic Island.

Das iPhone Fold wird, wenn es so kommt wie beschrieben, auch das iPhone 18 Pro preislich deutlich überflügeln. Für eine fundierte Kaufentscheidung im Herbst gilt deshalb: abwarten, bis Apple auf der WWDC im Juni auch nur andeutet, was von iOS 27 zu erwarten ist – und bis erste Testmuster durch die Hände von Journalisten gehen.

Technischer Hintergrund: Warum ist Multitasking so schwierig?

Das ist keine triviale Frage. iOS wurde von Grund auf als Single-App-Betriebssystem konzipiert – eine Designentscheidung von Steve Jobs, die Einfachheit über Komplexität stellte. Android verfolgte von Beginn an einen offeneren Ansatz mit mehreren gleichzeitig aktiven Prozessen. Als Apple 2015 Slide Over und Split View fürs iPad einführte, war das ein großer Schritt – aber eben nur fürs iPad, weil die Displaygröße es erlaubte.

Das Problem beim iPhone war immer das Seitenverhältnis: Ein 6,7-Zoll-iPhone im Querformat ergibt zwei sehr schmale App-Hälften, die praktisch unbrauchbar sind. Das iPhone Fold löst dieses Problem durch seine Breite im aufgeklappten Zustand. Das Gerät soll laut Gurman ein breiteres Seitenverhältnis als typische Android-Foldables haben – was konkret bedeutet, dass jede App-Hälfte im Side-by-Side-Modus mehr Platz bekommt als bei einem Samsung Galaxy Z Fold 7 in vergleichbarer Konfiguration. Das wäre tatsächlich ein differenzierendes Merkmal, nicht nur Marketing.

Unsere Einschätzung: Spät, aber nicht zu spät

Apple tritt in den Foldable-Markt ein, wenn die Konkurrenz bereits mehrere Generationen Erfahrung gesammelt hat. Das ist der klassische Apple-Weg: nicht der Erste sein, aber der Beste. Ob das gelingt, hängt massiv davon ab, wie konsequent Apple die Software-Erfahrung umsetzt. Die Einschränkung – kein Support für iPad-Apps, kein echtes Windowing – zeigt, dass Apple auch diesmal lieber kontrolliert als offen agiert.

Das ist keine Überraschung. Es ist aber ein Signal an alle, die sich ein „iPad-mini-in-der-Tasche“-Erlebnis erhofft haben: Das iPhone Fold ist ein großes iPhone, kein kleines iPad. Für manche Nutzer ist das genau das Richtige. Für andere ist es zu wenig.

FAQ

Wann erscheint das iPhone Fold?

Das iPhone Fold soll laut Bloomberg-Reporter Mark Gurman im September 2026 gemeinsam mit dem iPhone 18 Pro vorgestellt werden. Eine offizielle Ankündigung von Apple steht noch aus. Die ersten Software-Details für das Foldable werden voraussichtlich erst zur Hardware-Präsentation enthüllt, nicht bei der WWDC im Juni.

Unterstützt das iPhone Fold iPad-Apps?

Nein. Laut dem Bloomberg-Bericht vom 11. März 2026 wird das iPhone Fold keine iPad-Apps ausführen. Apple entwickelt stattdessen spezielle iOS-App-Layouts mit Seitenleisten und neuen Proportionen, die Entwickler eigenständig für das breitere Display optimieren können.

Was unterscheidet das iPhone Fold von Android-Foldables wie dem Samsung Galaxy Z Fold 7?

iPhone Fold soll ein breiteres Seitenverhältnis als typische Android-Konkurrenten besitzen, was mehr Platz im Side-by-Side-Modus bieten soll. Dafür läuft es mit einem komplett eigenen iOS-Framework ohne iPad-App-Support – ein bewusst kontrollierter Ansatz, der Apples typischem Ökosystem-Denken entspricht.

Quellen & Referenzen:

📌 9to5Mac (Originalbericht): https://9to5mac.com/2026/03/11/iphone-fold-expected-to-include-new-app-features-including-side-by-side-multitasking/

📌 Bloomberg / Mark Gurman: https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-03-11/apple-s-foldable-iphone-to-feature-ipad-like-interface-when-opened

📌 MacRumors (Bestätigung): https://www.macrumors.com/2026/03/11/iphone-fold-ipad-style-multitasking/

📌 CNET – Specs-Übersicht: https://www.cnet.com/tech/mobile/iphone-fold-launch-date-price-and-everything-we-know/

📌 Phone Arena – Specs-Details: https://www.phonearena.com/apple-foldable-iphone-fold-release-date-price-features-news-upgrades

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