Ein Over-Ear mit mutigem Design, starkem ANC und LDAC für 99 Euro klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Die CMF Headphone Pro liefern genau das – und mit einem simplen EQ-Trick klingen sie weit teurer, als das Preisschild vermuten lässt. Pendler, Studierende und Design-Fans bekommen hier erstaunlich viel Kopfhörer fürs Geld.
Zielgruppe und Einordnung
Die CMF Headphone Pro richten sich an ein jüngeres, designaffines Publikum, das Spaß an Farbe und Haptik hat – ohne auf Technik zu verzichten. Im Nothing-Portfolio sitzen sie unter den Nothing Headphone (1): weniger Premium-Flair und App-Features, dafür verblüffend viel Klang pro Euro.
40-mm-Treiber, adaptive Basic-EQ-Logik in der Nothing X App
LDAC neben AAC, Bluetooth Multipoint
Fokus auf Haptik: Lautstärke-Rolle und physischer Bass-Slider
Design und Verarbeitung
Rund, bunt, auffällig – die „Donut“-Ohrmuscheln bleiben im Gedächtnis. Trotz glänzendem Kunststoff wirkt die Mechanik für den Preis solide.
Austauschbare Ohrpolster per Dreh-/Zugbewegung; Startfarben: Light Green, Orange
Vertikale Lautstärke-Rolle und separater Bass-Schieberegler
Stufenlose Längenverstellung mit spielfreier Metallführung
Im Lieferumfang: Samtbeutel statt Hardcase, 3,5-mm-Kabel nur für aktiven Betrieb (kein Passivmodus)
IPX2: Spritzwasser von oben okay, nicht regenfest
Verbindung, Codecs und Multipoint
Kompatibel und komfortabel – genau wie es im Alltag sein sollte.
Codecs: AAC (breite Kompatibilität), LDAC (hohe Datenrate auf unterstützten Android-/Windows-Geräten)
Schnell koppeln via Google Fast Pair und Microsoft Swift Pair
Multipoint für zwei Geräte gleichzeitig; zuverlässige Umschaltung bei Anrufen
Ab Werk klingen die CMF bassbetont mit leicht boomy Unterton, etwas spröden Höhen und leicht komprimierten oberen Mitten. Mit der Basic-EQ-Logik der App wird es deutlich besser.
In Nothing X den adaptiven Basic-EQ aktivieren, „Bass“ deutlich absenken (ca. −5−5−5 bis −6−6−6)
„Treble“ leicht anheben (etwa +1+1+1)
Bass-Slider am Kopfhörer auf 50–60% stellen
Ergebnis: straffer Bass ohne Wummern (100–200 Hz), klarere obere Mitten, angenehm spritzige Höhen. Die Bühne bleibt schmaler als bei teureren Over-Ears – für 99 Euro verschmerzbar.
Spatial Audio: Wann einschalten?
Zwei Modi (Cinema, Concert) öffnen die Bühne, können aber je nach Mix zischelige Höhen oder pfeifige Mitten erzeugen – besonders im Cinema-Modus. Empfehlung: Für Musik meist deaktivieren und den Originalmix genießen.
ANC und Transparenz
Die passive Dämpfung der dicken Polster ist bereits gut. Das aktive Noise Cancelling legt überzeugend nach.
Tiefe Brumm- und Dröhngeräusche werden kräftig reduziert (wirksam bis etwa 2.000 Hz)
Trittgeräusche, Tastaturen und helle Umgebungsanteile bleiben teils hörbar, mit Musik jedoch effektiv maskiert
3,5-mm nur im aktiven Betrieb (kein Passivbetrieb)
Nothing X App mit Basic-EQ (kein Advanced EQ)
Vergleich: CMF Headphone Pro vs. Nothing Headphone (1)
Merkmal
CMF Headphone Pro (99 €)
Nothing Headphone (1) (ca. 299 €)
Design
Rund, farbig, austauschbare Polster
Kantiger, hochwertigeres Finish
Treiber
40 mm
Hochwertigere Bestückung, breitere Bühne
ANC
Stark für den Preis, bis ca. 2 kHz effektiv
Effektiver, natürlicher
EQ
Basic-EQ, adaptiv
Advanced EQ mit mehr Bändern/Presets
Bedienelemente
Lautstärke-Rolle, Bass-Slider
Mehr Tasten/Feinsteuerung
Case
Samtbeutel
Transport-Case
Klang
Nach Tuning ausgewogen, schmale Bühne
Signatur-Sound, bessere Separation
Akku
Sehr gut, kleinerer Akku
Lang, nominell größer
Preis, Verfügbarkeit und Alternativen
DACH: Straßenpreis etwa 99 Euro/CHF, verfügbar über CMF/Nothing-Shop und gängige Händler
Ersatzpolster: Start in Light Green und Orange; weitere Farben sehr wahrscheinlich
Konkurrenz um 100 €: Anker Soundcore Space One, JBL Tune 770NC, Sony WH-CH720N. Vorteile der CMF: Bass-Slider, Multipoint, frischer Look; nach EQ-Tuning klanglich konkurrenzfähig, ANC im vorderen Feld der Klasse
Fazit: Kaufen?
Für 99 Euro sind die CMF Headphone Pro fast unfair gut: modernes Design, starkes ANC, LDAC, zuverlässiges Multipoint und großartige Haptik. Ab Werk klanglich nur „okay“, doch mit zwei Minuten EQ-Feinschliff spielen sie an der Spitze ihrer Preisklasse. Wer den auffälligen Look mag und keinen Advanced EQ braucht, bekommt eine klare Empfehlung für preiswerte Over-Ears 2025.
FAQ
Unterstützen die CMF Headphone Pro LDAC am iPhone?
iPhones nutzen AAC; LDAC funktioniert nur auf unterstützten Android- und kompatiblen Windows-Geräten.
Funktioniert der 3,5-mm-Anschluss auch passiv?
Nein. Der Klinkenanschluss ist nur im aktiven Betrieb nutzbar; ohne Strom gibt es keinen Ton.
Wie gut ist das ANC im Alltag?
Sehr stark für 99 € bei tiefen Frequenzen. Tastaturklicks und hohe Töne bleiben teils hörbar, werden mit Musik aber gut maskiert.
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