iOS 27: Apple öffnet Siri für Google Gemini, Claude & Co.

📅 27. März 2026 | Quelle: Bloomberg / Mark Gurman

Auf den Punkt gebracht: Apple bricht mit seiner bisherigen Exklusivpartnerschaft mit OpenAI. Mit iOS 27 soll ein neues Extensions-System dritten KI-Diensten wie Google Gemini, Anthropic Claude oder Perplexity ermöglichen, direkt in Siri zu arbeiten. Das verändert die gesamte KI-Plattformstrategie des iPhone-Konzerns – und trifft Google-Aktionäre sofort ins Portemonnaie.

🤖 Siri Extensions – Fakten auf einen Blick

Feature-NameSiri Extensions
Interne Bezeichnung laut Testversionen der kommenden OS-Releases
Verfügbar abiOS 27 / iPadOS 27 / macOS 27
Ankündigung voraussichtlich WWDC, 8. Juni 2026
Unterstützte Dienste (bekannt)ChatGPT, Google Gemini, Anthropic Claude, Perplexity, Meta AI, Grok, Amazon Alexa, Microsoft Copilot
Abhängig von App-Entwickler-Integration; kein automatisches Onboarding
AktivierungOpt-in per Einstellungsmenü
Neuer Bereich in Einstellungen → Apple Intelligence & Siri → Extensions
Monetarisierung für AppleApp-Store-Provision auf KI-Abonnements
Ähnliches Modell wie aktuell bei ChatGPT Plus-Abschlüssen über iOS
Bisherige ExklusivpartnerschaftOpenAI / ChatGPT (seit Apple Intelligence, 2024)
Exklusivität entfällt; ChatGPT wird einer von vielen Anbietern
QuelleBloomberg / Mark Gurman (26. März 2026)
Informationen aus internen Testversionen bestätigt

Was steckt hinter Apples Siri Extensions in iOS 27?

Bloomberg-Redakteur Mark Gurman – der bei Apple-Interna selten danebenliegt – hat am 26. März 2026 enthüllt, dass Apple in iOS 27 eine fundamentale Kehrtwende bei Siri plant: Künftig sollen Drittanbieter-KI-Assistenten wie Google Gemini, Anthropic Claude und Perplexity direkt in Siri integrierbar sein. Das Unternehmen entwickelt ein sogenanntes Extensions-System, das in iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 eingeführt werden soll und Drittanbieter-KI-Diensten erstmals die volle Integration in Siri erlaubt. Bisher war ChatGPT der einzige externe KI-Assistent, der per Sprachbefehl aus Siri heraus angesteuert werden konnte – eine Exklusivität, die mit dem neuen System Geschichte ist.

Die Technik dahinter ist schneller erklärt als man denkt: Entwickler können ihre KI-Apps künftig als Siri-Extension registrieren. Nutzer sehen dann in den iOS-Einstellungen unter „Apple Intelligence & Siri“ einen neuen Unterpunkt namens „Extensions“, wo sie einzelne Dienste aktivieren oder deaktivieren können. Aus dem Menü heraus verlinkt Apple direkt zu einem neuen App-Store-Bereich, in dem weitere KI-Apps auffindbar sind. Wer also Google Gemini, Anthropic Claude oder Perplexity installiert hat, kann diese Dienste zukünftig direkt per Siri-Anfrage ansteuern – ohne erst die jeweilige App öffnen zu müssen.

Wie wir in unserem Überblick zu den allen bestätigten iOS 27 Funktionen im Überblick bereits berichteten, steht das kommende Apple-Betriebssystem ganz im Zeichen eines massiven KI-Umbaus. Das Extensions-System ist dabei das technisch ambitionierteste Puzzlestück.

Warum Apples iOS-27-Strategie die KI-Plattformfrage neu stellt

Das ist der eigentliche Knackpunkt: Apple zieht nicht nur eine technische Schraube an – das Unternehmen positioniert das iPhone neu als offene KI-Plattform. Bisher war Siri ein geschlossenes System, das einem Einkaufszentrum mit nur einer Gastronomiekette glich. Jetzt öffnet Apple die Türen für den gesamten Markt.

Für Nutzer bedeutet das echte Wahlfreiheit: Wer dem Datenschutz von Anthropic vertraut, nimmt Claude. Wer Googles Recherchestärke mag, wählt Gemini. Wer Microsoft-Ökosystem nutzt, greift zu Copilot. Siri wird dabei zum zentralen Einstiegspunkt – quasi der Concierge, der die Anfragen an den richtigen Spezialisten weiterleitet.

Für Apple selbst ist das Kalkül noch eindeutiger: Das Unternehmen kassiert bei jedem KI-Abonnement, das über den App Store abgeschlossen wird, die übliche Provision. Mit einer Installationsbasis von über einer Milliarde aktiver iPhone-Nutzer weltweit ist das ein erheblicher neuer Einkommenskanal aus dem KI-Boom – ohne selbst in teure Modellentwicklung investieren zu müssen.

Die Auswirkungen auf den Kapitalmarkt waren unmittelbar spürbar: Googles Aktie (GOOGL) verlor am Donnerstag, dem 26. März 2026, 3,44 Prozent und schloss bei 280,92 Dollar – der stärkste Tagesrückgang seit Wochen. Warum? Weil Alphabet derzeit parallel an einem separaten Deal arbeitet, Googles KI-Modelle zur Grundlage des zukünftigen Siri zu machen – und der Markt befürchtet, dass ein offenes Extensions-System diese Exklusivverhandlung entwertet. Das ist jedoch ein Missverständnis: Beide Projekte laufen parallel. Während die Gemini-Modell-Integration die technische Grundlage von Siris eigenem Reasoning betrifft, ermöglicht das Extensions-System Nutzern, den Gemini-Dienst direkt anzuzapfen – zwei verschiedene Ebenen, die sich eher ergänzen als konkurrieren.

Tech Deep Dive: Was steckt hinter dem Extensions-System?

Technisch erinnert das Extensions-Konzept an Apples bereits bekannte App Extensions, die seit iOS 8 existieren – zum Beispiel Share Extensions oder Keyboard Extensions. Das neue KI-Extensions-Framework geht jedoch deutlich tiefer: Es erlaubt registrierten Apps, ihre KI-Agenten direkt in den Siri-Intent-Verarbeitungspfad einzuklinken. Das bedeutet, dass die Spracherkennung und Intentionserkennung weiterhin lokal auf dem Apple Neural Engine laufen, die eigentliche semantische Verarbeitung und Antwortgenerierung aber an den gewählten Drittanbieter-Dienst ausgelagert wird.

Für Entwickler ist das eine zweischneidige Chance. Einerseits erhalten sie Zugang zu einer riesigen Nutzerbasis, ohne eigene Wake-Word-Infrastruktur oder Spracherkennungs-Pipelines aufbauen zu müssen. Andererseits setzt Apple aller Wahrscheinlichkeit nach einen Genehmigungsprozess voraus – ähnlich wie bei MFi-Zertifizierungen für Hardware-Zubehör. Ob jede Dritt-KI-App automatisch als Extension zugelassen wird oder ob Apple eine kuratierte Allowlist pflegt, ist bislang nicht bestätigt.

Besonders interessant ist das Zusammenspiel mit Apples parallel angekündigter eigenständiger Siri-App sowie der Integration von Siri in die Spotlight-Suche. Apple baut offenbar eine Art KI-Middleware-Schicht, die sowohl eigene als auch fremde Modelle orchestriert. Das Schlagwort dafür lautet intern wohl „agentic AI“ – also KI, die nicht nur antwortet, sondern selbstständig Aufgaben über mehrere Dienste hinweg ausführt. Wer beispielsweise fragt: „Fasse mir meinen Kalender zusammen und schlage mit Perplexity die beste Route zur heutigen Konferenz vor“, soll das nahtlos über Siri erledigen können.

iOS 27 und WWDC 2026: Was Nutzer in Deutschland als nächstes erwarten können

Apple hat für den 8. Juni 2026 die Worldwide Developers Conference (WWDC) angekündigt, auf der das Unternehmen eigenen Angaben zufolge „KI-Fortschritte“ präsentieren wird. Das Extensions-System gilt als eines der Kernthemen. Nach der Entwicklerkonferenz folgt typischerweise eine öffentliche Betaphase im Sommer – DACH-Nutzer dürften das fertige iOS 27 erfahrungsgemäß ab September 2026 erhalten, zusammen mit den neuen iPhone-18-Modellen, wie wir in unserem iPhone 18 Pro: Preis, Release & Upgrades für Deutschland ausführlich beschreiben.

Das ist der Haken: Gurman betont ausdrücklich, dass sich die Pläne bis zur WWDC noch ändern oder Features verschoben werden könnten. Apple hat eine nachgewiesene Geschichte darin, ambitionierte KI-Ankündigungen zu machen und dann leise zu verzögern – man erinnere sich an die mehrfach verschobenen „fortgeschrittenen Siri-Funktionen“ aus dem Apple Intelligence Launch 2024. Die für früh 2026 angekündigte Gemini-gestützte Siri-Funktion – bestätigt von Apple im Januar 2026 – ließ ebenfalls auf sich warten und war zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung noch nicht breit ausgerollt.

Dennoch: Selbst wenn einzelne Elemente des Extensions-Systems nach hinten rutschen, ist die strategische Richtung klar definiert. Apple hat verstanden, dass es im KI-Rennen nicht durch proprietäre Isolation gewinnen kann. Das ist eine für Apple ungewohnt offene Haltung – und für den DACH-Markt, wo Datenschutzbewusstsein besonders hoch ist, womöglich ein wichtiges Argument, endlich auch europäische KI-Anbieter in das System einzubinden.

Ob sich auch datenschutzfreundlichere Alternativen wie das deutsche Unternehmen Aleph Alpha oder das französische KI-Flaggschiff Mistral AI – bekannt für seinen Consumer-Assistenten „Le Chat“ – als Siri-Extension qualifizieren werden, bleibt offen. Apples bisheriger Fokus auf US-amerikanische Tech-Riesen lässt wenig Raum für Optimismus – aber das offene Framework schafft zumindest die technische Grundlage dafür. Wie sich iOS 26.3 im Test: Features und Performance in Deutschland schlägt und welche Basis iOS 27 damit erbt, lohnt sich parallel dazu zu verfolgen.

Von Mohammed Chibi | TechKlar-Redaktion | Veröffentlicht: 27. März 2026, 10:45 Uhr MEZ

FAQ

Was ist das Siri Extensions-System in iOS 27?

Das Siri Extensions-System ist ein neues Framework, das Apple mit iOS 27 einführt. Es erlaubt Drittanbieter-KI-Apps wie Google Gemini oder Anthropic Claude, sich direkt in Siri zu integrieren. Nutzer aktivieren gewünschte Dienste per Schalter in den Einstellungen und können sie dann per Sprache direkt aus Siri heraus aufrufen.

Verliert ChatGPT seine Sonderstellung in Siri durch iOS 27?

Ja, faktisch schon. ChatGPT war bisher der einzige externe KI-Dienst mit Siri-Integration. Mit dem Extensions-System wird OpenAIs Produkt zu einem Anbieter unter vielen. Apple ersetzt die exklusiven Einzeldeals durch eine offene Plattform – was mittelfristig Dutzende von KI-Diensten in Siri einbinden könnte.

Wann kommt iOS 27 nach Deutschland und was kostet es?

iOS 27 wird voraussichtlich auf der WWDC am 8. Juni 2026 angekündigt, im Sommer als Beta verfügbar und im September 2026 final veröffentlicht. Das Update ist kostenlos für alle kompatiblen Geräte. Welche iPhones unterstützt werden, gibt Apple traditionell kurz vor dem Erscheinungstermin bekannt.

Quellen & Referenzen

📌 Bloomberg / Mark Gurman – Originalbericht (26. März 2026) 📌 Business Standard – Apple Siri iOS 27 📌 iPhone in Canada – Apple iOS 27 Siri Overhaul 📌 9to5Mac – iOS 27: Apple will reportedly let Claude and other AI chatbot apps integrate with Siri (26. März 2026)

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Die TechKlar Redaktion steht für unabhängigen, präzisen Tech-Journalismus im DACH-Raum. Alle Inhalte werden von Gründer & Chefredakteur Mohammed Chibi persönlich recherchiert, verfasst und geprüft – mit langjähriger Erfahrung als Quality Assurance Administrator und tiefem Fachwissen im Android- und Smartphone-Markt. Ziel: komplexe Technik-Themen verständlich, schnell und ehrlich aufzubereiten.

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